Gemeinde - wie ? - September 2016

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„Per Sie“-Pfarre
oder
„Per Du“-(Pfarr)Gemeinde ?
 
 
Ich werde immer mehr davon überzeugt, dass wir nur verstanden haben, was Christsein eigentlich bedeutet, wenn die Botschaft von Jesus tief in uns Wurzeln gefasst hat: Gott ist unser Vater. Wir sind seine Kinder und deswegen auch füreinander Geschwister. Nicht durch das Blut sind wir verwandt, sondern durch unsere Beziehung zu Gott, unserem Vater. Diese Verwandtschaft muss aber bewusst gewollt und gelebt werden. Geschieht das nicht, dann hat das Christentum keine Zukunft.
 
Die „Per Sie“-Pfarre
Man sitzt im Kirchenraum weit verstreut auseinander, so dass man für sich allein bleiben kann. In der Liturgie wird man als „liebe Brüder und Schwestern“ angesprochen, aber man fühlt sich nicht so. Höfliche Distanz ist wichtig. Man sieht sich oft schon seit Jahre in der Kirche, kennt sich aber nur „vom Sehen“ und will eigentlich keinen näheren Kontakt. Nach der Messfeier geht jeder schnell wieder nach Hause, in die eigene private Welt. Pfarrgemeinschaft ist eigentlich kein Thema und kein Bedürfnis. Man ist und bleibt „Per Sie“.

Die „Per du“-(Pfarr)Gemeinde
Sie ist „meine“ Gemeinde. Man trifft sich in verschiedenen Gruppen. Man interessiert sich füreinander, sucht Nähe, tauscht Erfahrungen aus, teilt Freude und Leid. Es gibt viele Freundschaften. Man redet miteinander nicht nur über oberflächliche Dinge, sondern auch über den persönlichen Glauben, mit seinen Fragen und Zweifeln. Natürlich gibt es auch Auseinandersetzungen, wie zwischen allen Geschwistern. Aber man versöhnt sich auch wieder. Wo es notwendig ist, in Notsituationen, ist man füreinander da. Man fühlt sich miteinander verbunden. Man fühlt sich wie eine (Pfarr)Familie, eben wie Geschwister. Kinder eines Vaters!

Die „Per du“-Gemeinde als Lebensraum, in dem Christsein praktiziert wird! Ist das nicht unsere Aufgabe für das neue „Arbeitsjahr“ ?

Ihr Pfarrer
P. Julius Saeys osc
 
 
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