Sicht eines PGR - Juni 2017

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

 
Aus der Sicht eines PGR
 
 
Wieder geht ein Arbeitsjahr zu Ende. Und ich habe das Gefühl, dass die Zeit jetzt viel schneller vergeht als früher. Gerade haben wir noch unsere Rorate-Gottesdienste und Weihnachten, Frühschichten und Ostern, Firmung und Erstkommunion gefeiert. Und jetzt steht wieder der Sommer und Urlaub vor der Tür. Dabei darf ich jedoch nicht vergessen, dass Gott nie „Urlaub“ macht. Er lässt auch über den Sommer seine „Früchte wachsen“. Schließlich sind wir alle Früchte in seinem Obstkorb.
 
Der verstorbene deutsche Pfarrer und Schriftsteller Hermann Josef Coenen hat das so ausgedrückt:

Gottes Obstkorb.

Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb. Und eines dieser Früchtchen, das bin ich.

Manche sind wie Stachelbeeren: herb und sauer, andere zuckersüß wie griechische Rosinen. Manche sind wie hochgewachsene Stangenbohnen,  andre rund und mollig wie ein Kürbis. Manche sind geröstet, braun wie Kaffeebohnen, andre sind vornehm bleich wie Blumenkohl.

Manche, die sind scharf wie Paprika und Curry, andere sind zart, verhalten im Aroma. Manche, die sind spritzig, saftig wie ein Pfirsich, andere sind trockenes Dörrobst, extra dry.  Manche, die sind kernig, knackig so wie Nüsse, andre muss man schälen unter Tränen wie die Zwiebeln.

Manche, das sind Alltagsfrüchte wie Kartoffeln, andre wollen was Besonderes sein: wie Mangos oder Kiwis.  Manche jucken dich und kitzeln wie die Hagebutten,  andre hinterlassen bitteren Nachgeschmack. Manche, die sind giftig, trotz der schönen Farben. Andre sind wie Medizin: sie tun einfach gut.

Manche Früchte hängen hoch, schwer zu erreichen, andre, da muss man unten suchen und sich bücken. Manche gibt' s, die brauchen lange, um zu reifen. Andre sind frühreif - oder werden niemals reif. Manche, die werden faul schon auf den Bäumen, oder sie sind hohl von innen: taube Nüsse.

Manche gibt' s im Sonderangebot sehr billig, und andre sind mit Geld nicht zu bezahlen. Manche sind wie ein Rumtopf: Nur genießbar unter Alkohol. Manche haben eine harte, raue Schale. Doch darunter einen weichen süßen Kern.

Manche, die sind wirklich ungenießbar: ganz geschmacklos - oder muffig - oder faul. Manche sind das Hauptgericht in unserm Leben,  andre eher Nachtisch: wie Kompott flambiert. Jede Frucht schmeckt anders: sowie Du und ich.

Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb. Und eines dieser Früchtchen, das bin ich. Und alle lässt Gott wachsen in unserer Pfarrgemeinde.
Ich wünsche uns allen einen erholsamen Sommer und ein fruchtbares Wiedersehen im September.
Annemarie Schermann
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü