- November 2017

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In einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff heißt es:
 
Das Wort gleicht dem beschwingten Pfeil,
und ist es einmal deinem Bogen
in Tändeln oder Ernst entflogen,
erschrecken muss dich seine Eil‘!
 
Oft sage ich im ersten „Wutanfall“ etwas, das mir nachher Leid tut. Manchmal sage ich auch meine Meinung ganz offen und ehrlich, damit ich daran nicht ersticke, und viele Menschen bekommen das dann in die falsche Kehle. Aber ich habe gelernt, dass das einmal gesprochene Wort nicht mehr zurückgenommen werden kann, und eine Entschuldigung kommt vielleicht zu spät oder wird nicht akzeptiert. Ich kann nichts mehr daran ändern.
 
Meine Ausrede ist ziemlich lieblos: Ja, so bin ich halt..., ich habe keinen Riegel vor dem Mund...oder: wem es nicht passt, der braucht mich nicht anzureden! Dann überlege ich: Ist das im Sinne von Jesus?
 
In einem Buch des verstorbenen Pfarrers Johann Holzapfel aus Neukirchen/Enknach (Oberösterreich) habe ich folgendes gelesen:

Der gute Ton macht die Musik
 
Der Umgang mit der Umgangssprache ist eine äußerst heikle Sache.
Drum sei der Sprachkurs hier empfohlen, wie wir die Worte wählen sollen.
 
Sag nicht: „Sie sind ja eine lange, zaundürr gewachsene Bohnenstange.“
Vielmehr: „Ich staune liebes Kind, wie schnell Sie doch gewachsen sind!“
 
Sag nicht: „Dein Kopf ist aber kahl, du leidest wohl an Haarausfall!“
Vielmehr: „Dein Anblick mir verrät, wie glänzend es dir immer geht.“
 
Sag nicht. „Das Kleid ist gar nicht schick, es passt dir nicht und macht dich dick.“
Vielmehr: „Ich staune, wie dieses Kleid mehr Geltung der Figur verleiht.“
 
Sag nicht: „Sie reden aber blöde, jetzt hör`n Sie auf mit dem Gerede.“
Vielmehr: „Sie sprechen interessant, ich bin schon auf den Schluss gespannt.“
 
Der Ton, so heißt es, macht die Musik. Man soll darum auch mit Geschick
die Worte, dass sie nicht verletzten, dem guten Ton entsprechend setzen.
 
Annemarie Schermann
 
 
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