- November 2017

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"Erbsünde"- "Sündenfall" - "Erlösung" ....?
Eine "Reinigung und Erneuerung"
der Sprache
ist gefordert!

 
In dem Buch „Kann man ein Geheimnis lieben? - Was wären wir ohne die Gottesfrage?“ (2017, Edition Fischer) reden viele Autoren, u.a. Hermann Schalück. Hier einige seiner überlegungswerten Gedanken.

 
„Schon im Mittelalter vertritt der Franziskanertheologe Johannis Duns Skotus (1266 - 1308) die These, dass Gott auch dann Mensch geworden wäre, „wenn Adam nicht gesündigt hätte“ ... Er lässt sich in seinem befreienden Handeln in der Geschichte nicht von einer angeblichen moralischen Verfallenheit des Menschen konditionieren --- (Jesus und sein Weg) sind im Grunde ein Ausdruck dafür, dass Gott seine Schöpfung, die noch auf dem Weg ist, weiterführen und vollenden will. (Jesus) ist nicht... „Reparatur“ einer Schöpfung, die doch angeblich am Anfang makellos dastand.

Diese Auffassung erfährt im modernen Evolutionsparadigma eine ganze neue Bestätigung.... Die Schöpfung, wie wir sie kennen, mit allen Erfahrungen von Katastrophen, Gewalt und Leid, hat in Jesus eine klare Zielperspektive erhalten. Sie wurde auf eine neue Stufe der Entwicklung geführt.... Ostern ist ein Wendepunkt in der Geschichte. Gott beginnt ein neues Kapitel im Buch der Schöpfung zu schreiben....
Eine „Reinigung und Erneuerung“ der Sprache von Theologie und Kirche ist gefordert... So müssen „antike und vor-moderne Welt- und Menschenbilder“ überwunden werden .... Außerdem erlebe sich der Mensch - auf Grund der Erkenntnisse der Naturwissenschaften - „als gänzlich ‘periphere’ Existenz am Rande eines sich ins Unendliche ausdehnenden Universums.“

Wenn man das Paradigma der Evolution ernst nimmt, zeige sich, dass vieles neu formuliert werden müsse. „Wie kann man vor diesem Hintergrund heute glaubwürdig reden von der Erbsünde, von Erlösung, von Gnade und Vorsehung? Worin bestand der „Sündenfall“, wovon und wozu wurden wir eigentlich erlöst?“
 
 
 

 
In seinem Büchlein „Erlösung. Befreiende Blicke auf Tod, Sühne und Auferstehung“, bemerkt Christoph Wrembek:

 
„Es ist dringend erforderlich, dass Christen sich zunächst wieder ihrer selbst und ihrer Grundüberzeugungen vergewissern… Die Person Jesu, sein Leben und Leiden, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung scheinen den meisten (Europäern?) nichtssagend und fremd geworden zu sein… Es herrschen weithin Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit. Religion? Gott? ...Was war wirklich die Botschaft des „Nazoräers“? Wovon hat er uns erlöst? War dazu das blutige Opfer am Kreuz nötig? Hätte Gott uns nicht auch anders erlösen können? … Es geht um einen kritischen Blick auf die eigene Tradition in dem sicheren Wissen, dass die Person Jesu und seine Botschaft viel schöner und tiefer sind, als die Gläubigen unserer Tag dies zu kennen und zu sehen scheinen.“
 
 
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