DIE FEIER DER AUFERSTEHUNG

Ostern: Das Fest der Auferstehung. Das größte und wichtigste Fest der Christenheit. Der Apostel Paulus hat einmal gesagt: „Ist Jesus nicht auferstanden, dann hat unsere Glaubensverkündigung keinen Sinn und euer Glaube wäre völlig wertlos.“ Empfinden wir das auch so? Welche Bedeutung hat Ostern für uns? Was steht da für uns auf dem Spiel?

Zunächst einmal ist die Frage: Was will das Osterfest uns sagen? Bei dem furchtbaren Tod von Jesus am Kreuz hat ja alles danach ausgeschaut, dass dieser Jesus vollkommen gescheitert war. Alles, was er über Gott und über das kommende Reich Gottes gesagt hatte, wurde durch diesen Tod unglaubwürdig. Es war alles nur ein schöner Traum, eine Illusion gewesen. Für die Freunde von Jesus war alles aus. Es war alles vorbei.

Mehr noch: Die damalige religiöse Obrigkeit hatte Recht, denn im Alten Testament steht: „Ein am Pfahl Gehängter ist ein von Gott Verfluchter.“ Ende der Geschichte. Aber da machen die Freunde von Jesus - die alle Hoffnung verloren hatten - die Erfahrung: Jesus lebt. Wir sind ihm begegnet. Was für eine Erfahrung das auch gewesen sein mag - sie haben versucht das durch sehr unterschiedliche Erzählungen deutlich zu machen - eines war klar: Sie wurden durch diese Erfahrung andere Menschen. Sie hatten für diese Erfahrung nur eine Erklärung: Gott selbst hat hier eingegriffen, hat Jesus „auferweckt“, ihm eine neue Existenz gegeben und dadurch hat Gott bestätigt, dass Jesus nicht ein von Gott Verfluchter war, sondern dass Gott auf seiner Seite stand und dass alles, was Jesus gesagt und getan hatte, im Sinne Gottes war.

Der französischen Philosophen Voltaire (+ 1778), ein scharfzüngiger Spötter des Christentums, erzählt wie eine Dame ihn fragt, wie es möglich sei, dass es überhaupt Menschen gäbe, die an eine Auferstehung glauben. Voltaire gab die überraschende Antwort: „Madame, die Auferstehung ist die einfachste Sache von der Welt. Der, der den Menschen einmal geschaffen hat, kann ihn auch zum zweiten Male schaffen". Der Glaube an die Auferweckung Jesu geht davon aus, dass Gott eine den Tod überwindende Macht hat. Dieser Gott wurde von Jesus immer beschrieben als ein den Menschen liebender Gott. Er will das Leben, nicht den Tod. Der Tod, diese das ganze Leben des Menschen immer bedrohende Macht, hat nicht das letzte Wort.

Und da bekommen die Worte von Jesus an Martha, deer Schwester des verstorbenen Lazarus eine unglaubliche Sprengkraft: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Glaubst du mir das?" Und Paulus hat noch hinzugefügt: „Gott hat Jesus auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.“ Eine neue Hoffnung kam in die Welt: Wenn Gott so zu uns steht, wenn er unser Leben will, dann verliert der Tod nicht nur viel von seinem Schrecken, sondern unser Leben hier und jetzt gewinnt eine neue Qualität, es bekommt Sinn und einen größeren Wert, es wird nicht endgültig zerstört. Es wird für jeden und jede von uns einmal eine endgültige Lebenserfüllung kommen durch, mit, bei Gott. Unser Dasein jetzt hat Sinn, weil es auf eine letzte Erfüllung hingeordnet ist.

Ich glaube, jede/r von uns soll, gerade zu Ostern, tief in sich hineingehen und sich ernsthaft die Frage stellen: Welchen Sinn hat mein Leben, wenn mit meinem Tod alles aus ist? Wozu bin ich eigentlich da, wenn meine Lebenszeit auf einige Jahrzehnte beschränkt ist? Wozu all die Sorgen, das Vorsorgen, dieser Kampf ums Leben und Überleben, dieses sich immer Sehnen nach Glück, nach tiefer Erfüllung ... wenn mit meinem Tod sowieso alles aus ist? Wozu lebe ich dann?

Ostern gibt uns eine Antwort, gibt Hoffnung und Zuversicht, lässt mich mit tiefer Gelassenheit und innerem Frieden leben. Ostern gibt uns ein unvorstellbar kostbares Versprechen: Ich werde leben! Grenzenlos, unzerstörbar. Ostern, das Fest der Lebensfreude, der Dankbarkeit. Deswegen: Frohe Ostern!

Zum Archiv