ALLERSEELEN
Allerseelen. Wir gedenken unserer Verstorbenen. Wie gedenken wir sie? Denken wir mit Wehmut an bestimmte Erfahrungen, die wir mit ihnen gemacht haben? Es gab sie einmal? Denken wir: Sie sind von uns gegangen und haben einen leeren Platz zurückgelassen? Sind sie nur noch eine Erinnerung?Es ist eine Binsenwahrheit: Wir alle müssen sterben, ohne Ausnahme. Verdrängen wir das? Denken wir so wenig wie möglich daran? Oder rechnen wir ganz bewusst damit? Was bedeutet das dann für uns? Unser Tod gehört zu unserem Leben? Ob mit dem eigenen Tod alles endet? Oder geht es irgendwie weiter? Und wie geht es weiter? Seit es Menschen gibt, haben sie sich diese Fragen gestellt. In allen Zeiten, in allen Kulturen hat man irgendwie damit gerechnet, dass es irgendwie weitergeht. Sie haben ihren Toten Beigaben mitgegeben ins Grab, Dinge, die sie im „anderen Leben“ gebrauchen können.
Diese und ähnliche Fragen haben sich Menschen der Bibel durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder gestellt und dabei ist eine Überzeugung gewachsen, eine Hoffnung, die auch uns heute noch prägt und weswegen wir in diesen Gottesdienst gekommen sind: die Hoffnung auf ein Weiterleben. Paulus sagt: „Ihr sollt nicht trauern wie die Menschen, die keine Hoffnung auf das ewige Leben haben. Wir glauben doch, dass Jesus auferstanden ist. Dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass Gott alle, die im Glauben an Jesus Christus gestorben sind, auferwecken wird“.
Eine, der daran geglaubt hat, hat dann auch gesagt: „Wenn ich gestorben bin, hat sie gewünscht, feiert nicht mich und auch nicht den Tod, feiert DEN, der ein Gott von Lebendigen ist. Wenn ich gestorben bin, hat sie gewünscht, zieht euch nicht dunkel an - kleidet euch hell, singt heitere Lobgesänge. Wenn ich gestorben bin, hat sie gewünscht, preist das Leben, das hart ist und schön, preist DEN, der ein Gott von Lebendigen ist.
Wenn wir an Gott glauben der uns mag, dann rechnen wir damit, dass er nicht zulässt, dass wir endgültig zu Grunde gehen. Das hat er uns durch Jesus von Nazareth deutlich gemacht. Und Jesus sagt im heutigen Evangelium: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er jetzt stirbt. Ja, er wird in Ewigkeit nicht sterben, denn er hat sein ganzes Vertrauen auf mich gesetzt“.Deswegen finde ich es irgendwie befremdend, wenn wir in unseren Fürbitten Gott für unsere Verstorbenen bitten, dass er sie aufnehme. Das tut er doch sowieso. Das ist schon geschehen. Wir können Gott dafür danken und ihm gegenüber unser Vertrauen aussprechen.Unsere Verstorbenen haben ihr Endziel, ihr Lebensziel, bei Gott erreicht. Sie sind uns vorausgegangen und auch wir werden dieses Ziel erreichen, weil wir auf Gott vertrauen.All dies sprechen wir in Dankbarkeit aus am Allerseelentag.